Man unterscheidet heutzutage fast nur noch zwischen Kombinations- und Minipillen.


Minipillen


Eine Minipille enthält nur ein Gestagen. Das Gestagen stört den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und schließt den Gebärmuttereingang (durch Zervixschleim ist dieser für Sperma nicht penetrierbar), aber es verhindert nicht generell den Eisprung. Bei der Einnahme von Minipillen muss man sehr genau sein und die Pille an jedem Tag um genau die gleiche Uhrzeit einnehmen, und darf bis höchstens drei Stunden nach dem Zeitpunkt der eigentlichen Einnahme die Pille nachnehmen, sonst ist der komplette Verhütungsschutz nicht mehr gegeben. Minipillen nimmt man jeden Tag ein, 365 Tage im Jahr, also auch während der Menstruation, die zu Beginn oft unregelmäßig ist.


Kombinationspillen


Die Kombinationspille enthält zwei Hormone, ein Gestagen, wie es auch in der Minipille enthalten ist, und zusätzlich noch Östrogene. Diese Pillen verhindern den Eisprung, der Zervixschleim wird durch ihre Wirkung für Spermien nicht penetrierbar und die Gebärmutterschleimhaut wird nicht für eine Einnistung vorbereitet. Somit sind Kombinationspillen sicherer als Minipillen und in ihrer Einnahme auch leichter zu handhaben. Zwar sollte man auch darauf achten, einen festen Zeitpunkt zu definieren, an dem die Pille eingenommen wird, aber eine kleine Verspätung wirkt sich in der Verhütungsleistung nicht aus. Sollte die Kombinationspille einmal vergessen werden, kann man sie bis zu 12 Stunden nach dem eigentlichen Termin noch einnehmen, ohne dass der Schutz verloren geht. Die Pille muss 21 Tage lang zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden, worauf dann eine 7-tägige Pause folgt in der die Periode einsetzt, also die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen und ausgeschieden wird. Hast du deine Pille einmal vergessen, kannst du sie innerhalb der nächsten 12 Stunden nach deiner normalen Einnahmezeit nachnehmen und bist sicher geschützt. Sind jedoch schon mehr als 12 Stunden verstrichen, dann kannst du dich bis zu deiner Regel nicht mehr sicher auf den Schutz verlassen. In diesem Zeitraum ist es sehr wichtig, dass du dann zusätzlich für 7 Tage mit einer Barrieremethode (z. B. Kondom) verhütest. Die vergessene Pille sollte umgehend eingenommen werden und die Packung nimmst du bis zum Ende weiter. Sollten die 7 Tage über das Ende der laufenden Packung hinausgehen, muss mit der nächsten Pillenpackung begonnen werden, sobald die laufende Packung verbraucht ist, d. h. es soll zwischen den Packungen keine Pause bestehen.


Zu der Gruppe der Kombinationspillen gehören die Ein-Phasen-Pillen, bei denen die Östrogen- und Gestagendosis in allen Pillen gleich ist. Diese werden am häufigsten verschrieben und sind am leichtesten einzusetzen. Mit den Ein-Phasen-Pillen ist es zudem möglich, einen Langzyklus herzustellen. Frauen wünschen sich immer häufiger ein künstlich herbeigeführtes Ausbleiben der Regelblutung. Dies wird in der Praxis umgesetzt, indem nach Absprache mit dem Arzt nach den 21 Einnahmetagen der Pille auf die 7-tägige Einnahmepause, in der es ansonsten zur Menstruation kommen würde, verzichtet wird. Stattdessen wird sofort mit der neuen Packung begonnen. Wie lange die Pille ohne Unterbrechung eingenommen  werden kann, sollte unbedingt mit dem Arzt abgesprochen werden.


Die Zwei- oder Drei-Phasen-Pillen haben unterschiedliche Hormondosierungen und sind entsprechend durch unterschiedliche Farben gekennzeichnet. Hier ist es besonders wichtig, die Reihenfolge zu beachten. Kombinationspillen nimmt man drei Wochen lang ein und macht dann eine Woche Pause, in der dann die Blutung eintritt.


Kombinationspillen können zusätzlich eine anti-androgene Wirkung haben, das heißt, die besitzen zum Beispiel das Gestagen CMA (Chlormadinonacetat), welches Haut und Haare positiv beeinflussen kann. Daher wird diese Wirkstoffkombination häufig bei Haut- und Haarproblemen verschrieben und eingesetzt.


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