Das Grundkonzept für die Entwicklung der uns heute allgemein bekannten Pille stammt von dem Innsbrucker Physiologen Ludwig Haberlandt im Jahr 1921. Seine Überlegung war das Hormon nachzubauen und in Form einer Pille als orales, hormonelles Verhütungsmittel einzusetzen, das während der Schwangerschaft dafür sorgt, dass die Gebärmutter verschlossen ist, damit keine Spermien hineingelangen. Bevor er sein Konzept umsetzen konnte, verstarb Haberlandt. Im Jahr 1951 meldete der Chemiker Carl Djerassi einen Abkömmling des weiblichen Geschlechtshormons Gestagen zum Patent an. Ihm war es geglückt, die Idee von Haberlandt zu verwirklichen und das benötigte Hormon zu entwickeln. Am 18. August 1960 war es dann so weit: In Amerika kam die erste Antibabypille unter dem Namen Enovid  auf den Markt. Als die Pille auch in den sechziger Jahren in Deutschland auf den Markt kam, kollidierte sie mit den damaligen Moralvorstellungen. So war zum Beispiel die römisch-katholische Kirche gegen den Einstaz der Pille, da sie in den von Gott gegebenen, natürlichen Zyklus der Frau eingreift. Aufgrund dessen wurde die Pille zu Beginn nur verschrieben, um Menstruationsbeschweren zu mindern oder den Zyklus zu regulieren. Später konnte sich die Pille allerdings doch durchsetzen und wird bis heute in den westlichen Industrienationen von mehr als 50 % der Frauen als normales und gängiges Verhütungsmittel eingesetzt.

Gut-zu-wissen_verhueten