Das wichtigste Reifezeichen eines Mädchens ist die erste Regelblutung. Viele Mädchen können es kaum erwarten, weil sie das Einsetzen der Menstruation als einen Ausdruck des „Erwachsenseins“ empfinden. Andere Mädchen sind unsicher und haben Angst davor. Sie wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen und empfinden es als unangenehm. Dabei ist die erste Menstruation ein Zeichen für deine gesunde körperliche Entwicklung!

Um sich besser auf das Einsetzen der ersten Regel vorzubereiten, ist es von Vorteil, genau Bescheid zu wissen, was gerade in deinem Körper geschieht. So brauchst du keine Angst mehr zu haben und weißt ganz genau darüber Bescheid, warum du deine Regelblutung bekommst.

Der Ausdruck Menstruation kommt von dem lateinischen Wort „Menses“ (Monate). Jede Frau benutzt aber einen anderen Ausdruck, z. B., dass sie ihre „Tage“, ihre „Regel“ oder ihre „Periode“ hat. Bis ungefähr zum 50. Lebensjahr wird dich deine Regelblutung begleiten.


Was passiert während und vor deiner Menstruation in deinem Körper?


In den Eierstöcken reift jeden Monat ein Ei heran. Durch den Eisprung (Follikelsprung, Ovulation) gelangt es in den Eileiter und wird dann zur Gebärmutter transportiert. Einige Mädchen spüren den Eisprung, sie empfinden dann ein leichtes Ziehen im Unterleib. Zur gleichen Zeit werden in den Eierstöcken Hormone gebildet (Östrogene und nach dem Eisprung im Gelbkörper (Corpus luteum) Progesteron). Östrogene sorgen dafür, dass du dich in dieser Zeit besonders toll fühlst. Deine Haut und deine Haare werden schöner, du fühlst dich attraktiver. Außerdem wird die Schleimhaut der Gebärmutter aufgebaut (Proliferationsphase). Das Progesteron sorgt dafür, dass die Drüsen der Gebärmutterschleimhaut mit der Sekretion von Glykogenen beginnen (Sekretionsphase). Die Schleimhaut stellt somit eine Art „Nest“ für das befruchtete Ei dar. Trifft die Eizelle jedoch nicht mit einer Samenzelle zusammen, findet keine Befruchtung statt, das „Nest“ wird nicht benötigt und die Schleimhaut wird abgestoßen und zusammen mit etwas Blut ausgeschieden.

Dadurch entsteht die Regelblutung. Die Länge eines Zyklus (du kannst ihn mit Hilfe eines Zykluskalenders kontrollieren) berechnet man immer vom ersten Tag der Regelblutung bis zum letzten Tag vor der kommenden Blutung. Dieser Abstand kann zwischen 23 und 34 Tagen betragen. Der Durchschnitt liegt bei 28 Tagen.


Alles rund um die ersten Tage


Die erste Regelblutung tritt ungefähr ein, wenn du zwischen 10 und 16 Jahren alt bist, im Durchschnitt sind die Mädchen 13 Jahre alt. Viele sind unsicher, weil sie nicht wissen, wann sie die erste Regel bekommen, sie haben Angst vor einer unangenehmen Überraschung in einem ungünstigen Augenblick. Auch wenn sie manchmal plötzlich und ohne „Vorwarnung“ kommt, kann man eine Veränderung wahrnehmen, die auf die erste Menstruation hindeutet. Einige Wochen bis Monate vorher scheidet die Vagina eine weißlich-gelbliche Absonderung (Ausfluss) aus. Leichte, ungewohnte Schmerzen im Unterleib können auch eine Vorwarnung sein.

Die erste Regelblutung dauert bei den meisten Mädchen nur 2 bis 3 Tage und du wirst  höchstwahrscheinlich keinerlei Beschwerden haben. Natürlich kann es auch vorkommen, dass sie mit Schmerzen verbunden ist und länger als 3 Tage anhält, aber nur in wenigen Fällen. Die ersten Regelblutungen sind häufig unregelmäßig. Sie können sich um Wochen verspäten oder auch mal früher beginnen als laut Kalender vorgesehen. Aber kein Grund zur Aufregung, bis sich dein Menstruationszyklus eingependelt hat, können sogar einige Jahre vergehen. Klima- und Zeitveränderungen sowie Stress können auch Gründe für die Unregelmäßigkeit sein.

Ganz wichtig: Schon kurz vor deiner ersten Regelblutung bist du empfängnisbereit, das heißt, dass du schon zu diesem Zeitpunkt schwanger werden kannst.

Wie fühle ich mich an meinen Tagen trotzdem toll?


Natürlich empfindest du deine „Tage“ nicht als das Schönste im Monat. Aber mit ein paar Tipps und Tricks kannst du dir diese Zeit etwas angenehmer gestalten.

Um sich während der Tage sicher und geschützt zu fühlen, benutzen Frauen Binden oder Tampons. Sie sorgen dafür, dass das Blut aufgefangen wird. Binden werden in den Slip eingelegt und werden mehrmals am Tag gewechselt. Es gibt sie in verschiedenen Größen und Formen und sie besitzen einen Klebestreifen, damit sie im Slip haften bleiben und nicht verrutschen können. Tampons sind kleine, fingerdick gepresste Watterollen mit Rückholbändchen, die in die Scheide eingeführt werden. Sie haben den Vorteil, dass sie das Blut schon in der Scheide aufsaugen, sodass es gar nicht erst nach außen dringt. Auch Mädchen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, können sie benutzen. Meistens ist die Scheidenöffnung trotz des Jungfernhäutchens so groß, dass ein Tampon problemlos eingeführt werden kann. Daher kannst du dich auch während deiner Periode sicher fühlen, wenn du z. B. schwimmen gehst.

Während der Regel können schwache bis starke Schmerzen in der Bauchgegend auftreten. Auch Schmerzen am unteren Rücken und Kopfschmerzen sind häufige Begleiterscheinungen. Die besten Maßnahmen gegen die Schmerzen sind Ruhe, Entspannung und Wärme. Verschiedene Pflanzen, wie z. B. Melisse und Brennnessel in Form von Tees, Tropfen oder Kapseln können Krämpfe, Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit reduzieren. Eine Wärmflasche, ein heißes Bad oder ein Gang in die Sauna wirken meistens wie ein Wunder. Auch deine Seele spielt eine große Rolle. Beruflicher oder privater Stress beeinflussen die Schmerzen. Darum ist es wichtig, dass du dich während deiner Tage ausruhst: Ein schöner Spaziergang, ein gutes Buch oder dein Lieblingsfilm schenken z. B. neue Energie.

Falls diese Tricks nicht helfen, ist ein Besuch beim Frauenarzt empfehlenswert. Sicherlich wird auch deine Mutter dir ein paar Tipps geben können. Mit ihr solltest du sprechen, bevor du Schmerzmittel einnimmst.

der Zyklus